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Pralinen.org - Luxus für den Gaumen und ein exklusives Geschenk - die Praline - Auferstehung einer Köstlichkeit




Das edelste Naschwerk der Welt hat mehrere Väter





      


                                                                                                                                    



Es ist eine alte Weisheit, dass der Erfolg viele Väter hat. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass gleich mehrere Patissiers für sich in Anspruch nehmen, die Praline erfunden zu haben. Ob diese Ehre nun tatsächlich dem feingeistigen Bäckermeister aus Regensburg gebührt, der 1663 erstmals eine kleine Leckerei aus Datteln und Mandeln schuf,  ob es der französische Küchenchef Clément Jaluzot oder letztlich gar der Schweizer Jean Neuhaus gewesen ist, soll hier nicht abschließend beurteilt werden. Tatsache ist, dass sie alle auf die eine oder andere Weise an der „Erfindung“ der Praline Teil hatten und deshalb bis heute eigentlich in Schokolade aufgewogen werden müssten. Das verbindet sie übrigens mit Christopher Kolumbus. Der hat nämlich nicht nur Amerika entdeckt, sondern auch den Kakao in Europa eingeführt. Damit schuf er eine wesentliche Voraussetzung für die Produktion des wahrscheinlich edelsten und leckersten Naschwerks, das es überhaupt auf der Welt gibt.

 



Um den Ursprung der Praline streiten also die Deutschen, die Franzosen und die Belgier. Die Franzosen und die Belgier haben dabei einen gewissen Vorsprung. Denn Clément Jaluzot war im 17. Jahrhundert der Leibkoch des französischen Herzogs César de Choiseul und Graf von Plessis-Praslin, dessen letzter Namensbestandteil der Praline immerhin ihren Namen gegeben hat. Dem Schweizer Apotheker Jean Neuhaus kann man dagegen nicht absprechen, dass er 1912 die allererste Schokopraline der Welt in ein Metallförmchen gegossen hat. Das tat er in Belgien, genauer gesagt in Brüssel, wohin seine Familie eine Generation zuvor ausgewandert war. Hier schließt sich der Kreis. In Brüssel sind bis auf den heutigen Tag die meisten Pralinengeschäfte in Europa angesiedelt. Keine andere Stadt kann eine solche Dichte an leckeren Läden aufweisen und neben Neuhaus auf so traditionsreiche Namen wie Leonidas oder Godiva stolz sein.

 





Doch was genau ist eigentlich eine Praline? Natürlich gehen auch dabei die Meinungen auseinander. Einigermaßen zuverlässig und dabei doch diplomatisch ist diese Definition: Eine Praline ist ein Naschwerk, das zu mindestens einem Viertel aus Schokolade besteht. Die Schokolade umhüllt dabei eine süße Füllung. Die Form einer Praline kann variieren; ihre Größe ist aber immer so, dass sie unzerteilt und ohne Zuhilfenahme von Besteck genossen werden kann.

 



Lange galt die Praline übrigens als Nonplusultra von Luxus und war deshalb ein äußerst begehrtes und beliebtes Geschenk. Schließlich wurden für sie nicht nur edelste Zutaten verarbeitet, sondern bestimmte Produktionsschritte konnten auch nur in Handarbeit erledigt werden. Als in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts jedoch die industrielle Massenproduktion einsetzte, verlor die Praline vorübergehend sowohl an Geschmack als auch an Reputation. Seit etwa zehn Jahren ist dieser Trend rückläufig. Dank vieler kleiner Manufakturen und einem großen Spektrum an neuen Geschmacksrichtungen hat die Praline wieder zu ihrer alten Größe zurückgefunden – im übertragenen Sinne. Im wortwörtlichen Sinn hat es nur selten zuvor so feine und kleine Pralinen gegeben wie heute.




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